Elisabeth Selbert Salon Spezial 2026

RW 21

Elisabeth Selbert Salon Spezial 2026

Ein Tag für Klein und Groß – voller Geschichte(n), Dialog und Zukunftsfragen

BAYREUTH – 2026 ist nicht nur das Jahr der Festspiele und der Partnerschaft mit Annecy: Ihren 130. Geburtstag und gleichzeitig 40. Todestag hat in diesem Jubiläumsjahr auch eine ganz besondere Frau – Dr. Elisabeth Selbert, eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“. Nur wegen ihr steht im Grundgesetz Artikel 3 Abs. 2: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“! Damit legte sie zwar die Basis der Demokratie der BRD, dennoch ist sie kaum im kollektiven Gedächtnis vorhanden. Mit einem Salon Spezial widmen sich Stadtbibliothek, Volkshochschule, Franziska Fröhlich und weitere Kooperationspartner nun Elisabeth Selbert und zeigen, welche wichtige Bedeutung sie hat!

 „Zuerst dachte ich, dass nur ich persönlich eine riesige Bildungslücke hätte“, so Franziska Fröhlich, „doch als ich feststellte, dass niemand Dr. Elisabeth Selbert kannte, begriff ich, dass es wohl an unserem Bildungs-system liegen muss. Sie und andere bedeutende Frauen gehören in den Lehrplan und damit ins kollektive Gedächtnis.“

Genau dies ist das Ziel des „Salon Spezials“: Von Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen Institutionen, die dem Publikum erklären, wer Elisabeth Selbert war, über einen vielstimmigen Salon voller Lesung, Performance und Kunst bis hin zu einer Diskussion und einem Dialog zum Thema Gleichberechtigung, ist alles dabei. Der „Salon Spezial“ will erinnern, in die Gegenwart schauen und in die Zukunft blicken. Was können wir tun um Gleichberechtigung zu stärken und weiterzuentwickeln? Was ist schon perfekt und wo gibt es noch Baustellen?

Eine Handpuppe von Elisabeth Selbert in einem Koffer

Zusätzlich zu den Veranstaltungen in der Black Box, zeigen die Kinder der Burg Kunstwerke zum Thema in der Kinderbibliothek und die Volkshochschule präsentiert mit der Ausstellung „Rebellinnen – Frauen verändern die Welt“ weitere Frauen aus dem deutschsprachigen Raum, die unsere Gesellschaft verändert haben. Mit einer Postkartenaktion soll zudem angeregt werden, Elisabeth Selbert in den schulischen Lehrplan aufzunehmen.

 Programm in der Black Box, UG

 10:30 Uhr: Begrüßung Thomas Ebersberger, Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth
“Was, Wo, Wann“ im RW21

 11:00 Uhr: Einführung
„Wer ist eigentlich Elisabeth Selbert?“ Kinder und Jugendliche erklären Bayreuth Frau Selbert.

12:30 Uhr: Vielstimmiger Salon
Kunst, Lesung, Performance, Austausch – bei Kaffee und Gebäck gibt es Beiträge zu Elisabeth und zum Thema Gleichberechtigung. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunftsvisionen können hier auf verschiedenste Art zum Ausdruck gebracht werden. Geplante Acts und spontane Beiträge Besuchender sind herzlich willkommen.

14:00 Uhr: Diskussion und Dialog
Gleichberechtigung – Wo stehen wir? Was gibt es noch zu tun? Wie wichtig ist Erinnerungskultur? Kollektives Gedächtnis – Was ist drin und was muss rein? Was kann jeder Einzelne zur Gleichberechtigung beitragen? Was hat Gleichberechtigung mit Demokratie zu tun? Diskussionsrunde mit Spezialgästen und Menschen aus dem Publikum.

Weitere ganztägige Programmpunkte

Postkartenaktion „Elisabeth Selbert gehört in den Lehrplan, genau wie viele andere Frauen!“
RW21 Black Box, UG

Ausstellung der Kinder der Burg
RW21 Kinderbibliothek, EG

Ausstellung „Rebellinnen – Frauen verändern die Welt“
RW21 Volkshochschule, 2. OG

Alle sind herzlich eingeladen den „Salon Spezial“ zu besuchen und selbst aktiv zu werden. Der Eintritt ist frei. Keine Anmeldung erforderlich.

Über Elisabeth Selbert

Die Kasseler Juristin Elisabeth Selbert, geboren am 22. September 1896, wurde bekannt als eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“. Sie war 1948/49 eine von vier Frauen im 65-köpfigen Parlamentarischen Rat und setzte sich als Sozialdemokratin hartnäckig für die volle Gleichberechtigung von Mann und Frau ein.

Ihr Antrag die Gleichberechtigung von Frauen und Männer ins Grundgesetz aufzunehmen, wird vom Hauptausschuss des Parlamentarischen Rates zunächst mehrmals abgelehnt. Daraufhin wendete sie sich an die Presse und Öffentlichkeit und mobilisierte in drei westdeutschen Besatzungszonen und Berlin vor allem Frauen dazu Beschwerde einzulegen. Daraufhin hielt der Parlamentarische Rat am 18. Januar 1949 in Artikel 3 Abs. 2 im Grundgesetz fest: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“.

1956 wird Selbert das Bundesverdienstkreuz verliehen. Seit 1983 vergibt die Hessische Landesregierung zudem den Elisabeth-Selbert-Preis – für „hervorragende Leistungen für die Verankerung und Weiterentwicklung von Chancengleichheit von Frauen und Männern“.

Am 9. Juni 1986 stirbt Elisabeth Selbert in Kassel, ihrer Heimatstadt.